01 02 03

Mit Coworking in die neue Arbeitswelt

Arbeiten in Gemeinschaft, statt im Home-Office versauern, lautet die Devise. Das Konzept soll im Büroalltag für neue Ideen sorgen.

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So könnte der Büro-Arbeitsplatz der Zukunft aussehen: frei, offen und für jedermann nach Bedarf zu mieten. Die Coworking-Initiative Regensburg stellte mit der Aktion „Arbeiten unter freiem Himmel“ ihr Konzept auf dem Neupfarrplatz vor. cke Foto: Jädi

von Flora Jädicke, mz

Regensburg. Das Prinzip ist so einfach wie genial. Statt zu Hause vor dem leeren Blatt Papier oder dem Businesskonzept in die Knie zu gehen, wollen immer mehr Selbstständige und Kreative in angenehmer Atmosphäre arbeiten und die Synergien mit anderen Branchen nutzen. Coworking heißt das Zauberwort. Am Freitag stellten Regensburger das Konzept vor – an Schreibtischen, die sie unter freiem Himmel, mitten auf dem Neupfarrplatz aufgestellt hatten.

Gut 70 sogenannte Coworking-Spaces gibt es in Deutschland. Die offene und flexible Form des Arbeitens findet weltweit immer mehr Anhänger. Von San Francisco aus hatte die Idee einst ihren Siegeszug angetreten. Inzwischen arbeiten von Wien über Berlin, Hamburg, Nürnberg, München und London, Shanghai bis Lissabon Menschen in lockerer Verbindung zusammen und nutzen dabei nicht nur günstige Büroplätze, sondern auch die Vorteile des gegenseitigen Austauschs.

„Ich bin ja nun von Haus aus keine ausgesprochene Kreative“, sagt Ruth Mößmer, Betriebswirtin und Unternehmensberaterin, bei der Aktion Coworking auf dem Neupfarrplatz. „Aber Freiberufler aus unterschiedlichen Branchen können sich in einem Coworking-Space gegenseitig gut ergänzen und jede Menge neuer Ideen entwickeln.“ Coworking sei nicht nur für Kreative ein Gewinn. Es ist vor allem ein „Ort des Austauschs für jeden, der sein Büro in einem Laptop mitnehmen kann“, sagt Mößmer.

Nicht nur für Kreative

Wie Coworking funktioniert, sollte die Aktion auf dem Neupfarrplatz zeigen. Mit Bürgermeister Joachim Wolbergs stellte „Coworking Regensburg“ sein Konzept vor. Eine Plattform für Zusammenarbeit, die Niveau und Businesscharakter hat, stellen sich die Coworker vor. Praktisch bedeutet das: Kreative, Freiberufler, Jung- und Altunternehmer aus allen Branchen arbeiten in einem großen Büro.

Die Arbeitsplätze werden für Stunden, Tage, Wochen oder auch Monate vermietet. Natürlich kann man auch eine festen Schreibtische mieten. „Das ist eine Frage des Preises“, sagt Daniel Schellhorn, Coworking-Mitbegründer und freier Medienschaffender.


Originalartikel und Bild: MZ vom 16.08.2013