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Gibt es Coworking bald auch wieder in Regensburg?

Originalartikel aus der Wirtschaftszeitung (März 2013)

Die Vorstellungen eines Coworking-Space in Regensburg werden konkreter

Von Jeannine Tieling

REGENSBURG.

Seit etwas mehr als zwei Jahren laufen in Regensburg Anstrengungen, einen Coworking-Space in der zu installieren und zu etablieren. Bis Herbst 2012 arbeiteten vier junge kreative Köpfe an diesem Ziel. Sie besichtigten Immobilien und leiteten bereits einen Coworking-Stammtisch, um weitere Interessenten ins Boot zu holen. Aufgrund von Studium und Arbeit verliefen sich jedoch ihre Wege, zum teil aus Regensburg hinaus, und so lenkt nun ein neues Team die Initiative "Coworking Regensburg": Daniel Schellhorn, Inhaber der Firma media21, die Unternehmens- und Persönlichkeitsberaterin Ruth Mößmer und der selbstständige Ingenieur Hans Reiner.

Arbeiten und Netzwerken zugleich

Ihre Vorstellungen sind sehr konkret. Coworking bedeutet für sie eine Plattform der Zusammenarbeit mit Niveau und Businesscharakter. Das in Großstädten bereits mehrfach umgesetzte Coworking-Konzept fassen sie etwas weiter und ergänzen es um eine neue Idee.

Das Trio will nicht nur die kreative Szene ansprechen, sondern Einzel- und Kleinunternehmen aller Branchen. ihren Coworking-Space möchten die drei auch für Kunden, Geschäftspartner und den ganzen Markt öffnen, indem sie Besprechungsräume einrichten und ein Ambiente pflegen, das der Wirtschaft ähnelt und diese auch anspricht. Doch was ist dieses Coworking nun eigentlich wirklich? "Heute arbeiten immer mehr Freiberufler, Gründer und Selbstständige im Home Office oder in Bürogemeinschaften", sagt Schellhorn und ergänzt: "Coworking ist die Antwort auf diese neue Arbeitswelt." Beim Coworking komme man an einem Ort zusammen, um dort seine Arbeit zu erledigen und gleichzeitig ein Netzwerk aufzubauen. "Coworking bedeutet einen gegenseitigen Austausch, der einem im Home Office oft fehlt", erklärt Mößmer. Coworking werde von der Gemeinschaft getragen, in der jeder selbstständig bleibe, man sich aber untereinander helfen könne. "Coworking bedeutet Wachstum. Die Zusammenarbeit fördert das Wachstum jedes Einzelnen und der Gemeinschaft. Außerdem setzt es kreative Prozesse in Gang", beschreibt Mößmer ihre Idealvorstellungen.

All diejenigen, die nicht mehr nur im Büro zu Hause arbeiten wollen, sondern das Netzwerk und den Austausch mit anderen Kleinunternehmern suchen, kommen beim Coworking unter einem Dach zusammen. Dieses in Regensburg zu finden, ist jedoch gar nicht so einfach. Schellhorn hat in den vergangenen zwölf Monaten gut zehn Immobilien besichtigt. Bei den letzten Terminen waren seine beiden Mitstreiter dabei. Ganz aktuell hätten sie zwei in Frage kommende Projekte im Auge, anhand derer sie ihr Coworking-Konzept nun konkretisieren. "So ein Gebäude muss viele Anforderungen erfüllen", sagt Schellhorn. Es sollte eine Fläche von 400m² bis 800m² und die Möglichkeit für Einzelbüros sowie offene Arbeitsplätze bieten. Ferner sollte es unter anderem möglich sein, Besprechungsräume mit jeglicher notwendiger Ausstattung sowie Gemeinschaftsräume einzurichten. Darüber hinaus seien die vorhandene Infrastruktur und die Lage entscheidend. "Und natürlich muss auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen", so Schellhorn.

Stadt sieht Potenzial

Die Unternehmer Daniel Schellhorn, Ruth Mößmer und Hans Reiner haben sich ein Ziel gesetzt: Spätestens im September dieses Jahres wollen sie einen Coworking-Space in Regensburg eröffnen. Um das zu verwirklichen, treffen sie sich derzeit mehrmals pro Woche neben ihrer eigentlichen Arbeit.

Das Trio führte bereits Gespräche mit der IHK, dem Hans-Lindner-Institut, der Initiative Kultur-und Kreativwirtschaft der Bundesregierung und mit der Stadt Regensburg. Letztere hat jetzt Unterstützung in Aussicht gestellt. Manfred Koller, der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, sieht für Coworking in Regensburg "herausragende Möglichkeiten" und großes Potenzial. "Wir wollen den neuen Arbeitsformen positiv begegnen und die zum Teil hochqualifizierten Kleinunternehmen in der Stadt halten", erklärt er. Wie die Unterstüztung der Stadt Regensburg aussehen kann, weiß er im Moent aber noch nicht. Die Diskussion in den Gremien habe gerade erst begonnen, doch "das Signal ist da", versichert Koller.