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Beim Coworking will sogar der Bürgermeister dabei sein

Eine Initiative hat sich der modernen Form des Büro-Teilens angenommen.


DSC08365Es ist einer dieser wunderbaren Sonnentage, wie sie Regensburg noch unvergleichlicher machen, da sitzt Daniel Schellhorn mit einigen seiner Kollegen am Neupfarrplatz. Sie stellen den Passanten vor, was sie in ihrer Initiative "Coworking" so alles vorhaben - mit dabei ist auch Bürgermeister Joachim Wolbergs, der sofort Feuer und Flamme ist für die Idee. "Coworking ist eine offene, flexible Bürogemeinschaft", erzählt Schellhorn. "Ich bin seit einigen Jahren selbstständig und habe zunächst zuhause im Home-Office gearbeitet." Später sei er dann in eine Bürogemeinschaft gegangen, doch auch das sei dem kreativen Filmemacher, der sich auf 3D-Produktionen spezialisiert hat, irgendwann dann zu langweilig geworden. "Jeder sitzt doch in seinem Kammerl und im Prinzip macht jeder seine Tür zu", erzählt er. Coworking sei etwas ganz anderes: "Eine offene Bürogemeinschaft, in der jeder im Austausch mit dem anderen tritt."

In Regensburg wollte man die Initiative aber nichta uf den Kreis beschränken, der üblicherweise Coworking betreibt: Die Kreativen von Webdesign über Architekten bis hin zu den Medienschaffenden. "Wenn jemand sagt, ich kann meine Arbeit mit dem Laptop mitnehmen, ich kann an einem oder mehreren Tagen die Woche in einem Büro arbeiten oder für einige Tage im Monat, dann ist Coworking auf jeden Fall geeignet", so Schellhorn.

Spezialisten, die sich alle Helfen

Grundgedanke ist natürlich auch, dass unterschiedliche Spezialisten sich gegenseitig unterstüzten. Ein IT-Spezialist macht vielleicht die Website für die Buchhalterin, die wiederum dem IT-Spezialisten hilft, wenn er nicht ganz so gut bei den eigenen Finanzen durchblickt. "Seit wir die Initiative übernommen haben, haben wir unterschiedliche "Spaces" angeschaut, wie die Büroflächen beim Coworking heißen", erzählt der Unternehmer. In Nürnberg habe man beispielsweise Kontakt mit einer solchen Initiative. Auch in München habe man Kontakt mit dem brühmten "Kombinat 56" sowie Kusterdingen bei Stuttgart. "Seit Oktober haben wir im Team heraus gearbeitet, was uns für Regensburg wichtig ist - wir wollen Coworking nicht als Büroservice sehen, sondern als Ort des Austausches!" Bislang fehlt es der Coworking-Initiative noch an den nötigen Büroräumen. Die Mitglieder der Initiative treffen sich einmal im Monat im IT-Speicher. Wer mal ausprobieren will, wie gut er mit anderen zusammen arbeiten kann, die vielleicht aus anderen Branchen kommen, der hat das nächste Mal wieder am Dienstag, 22. Oktober, zwischen 9 und 16 Uhr sowie zwischen 17 und 19 Uhr die Möglichkeit dazu. "We cowork!" ist das Treffen überschrieben.


Originaltext: Christian Eckl, Mittelbayerische Zeitung, Oktober 2013