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Coworking in Deutschland

Veränderung der Arbeitswelt

Alles verändert sich. Der Grund für den Wandel ist der technische Fortschritt. So wie damals die Dampfmaschine die Industrialisierung einläutete, so ebnet heute das Internet den Weg für eine neue Form der Arbeit. Diese wird als „new work“, „Wissensarbeit“, „work 2.0“ oder „Enterprise 2.0“ bezeichnet. Die Zahl der Selbstständigen steigt. Im Jahr 2010 gab es allein über eine Millionen Freiberufler. Sie erwirtschaften schon rund 10 % des deutschen Bruttoinlandproduktes. Diese neue Arbeiterklasse der selbstständigen Designer, Programmierer, Fotografen, Architekten, Berater, Eventveranstalter, Künstler, Unternehmer und Filmemacher sind dank WLAN und Laptop flexibel in der Wahl ihres Arbeitsplatzes. Sie arbeiten zu Hause, in Cafés, in Gemeinschaftsbüros und in vielen anderen Städten bereits in sogenannten Coworking-Spaces.


Impressionen von einem Coworking-Space in Wien

Die Entstehung der Idee

Coworking hat seine Wurzeln in den USA. 2005 entwickelte Brad Neuberg, Softwareprogrammierer aus San Francisco, die Idee des Coworking. Er wollte einen neuartigen Arbeitsraum für Freiberufler anbieten. Die öffentlichen Alternativen entsprachen weder seinen ergonomischen Ansprüchen, noch konnte man sich die Leute, neben denen man arbeitete, aussuchen. Nützliche Synergieeffekte mit anderen Selbstständigen entstanden deswegen zufällig. Um selbst flexibel arbeiten zu können und Gleichgesinnten einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen, mietete Neuberg anfangs zwei Mal pro Woche einen Raum an. Anfangs nutzten hauptsächlich seine Freunde die Möglichkeit des gemeinsamen Arbeitens. Nach und nach schlossen sich mehr Menschen an und so entstand der erste Coworking-Space „the headfactory“ in San Francisco.

Coworking in Deutschland

Heutzutage findet man Coworking-Spaces in vielen deutschen Großstädten. Einer der bekanntesten Coworking-Spaces in Deutschland ist das betahaus in Berlin. Grundgedanke dieser Gemeinschaftsbüros ist, zeitlich flexible und kostengünstige Arbeitsplätze anzubieten. Die Bürogemeinschaft soll als soziales Netzwerk dienen, durch das ein verbesserter Wissenstransfer, Synergieeffekte durch Kooperationen und Ideen für neue Projekte entstehen. Coworking ist eine Arbeitsform, die meist von Freiberuflern genutzt wird, aber auch verstärt von größeren Firmen, die erkannt haben, dass die kreative Atmosphäre neuen Schwung in verkrustete Strukturen bringt. Coworking-Spaces sind Orte, an denen Menschen mit unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen zusammenkommen und zusammen arbeiten. Teil des Angebots eines Coworking-Spaces ist darüberhinaus die gemeinsame Nutzung von WLAN, Drucker, Besprechungsräumen etc.

 


Betahaus in Berlin

 

Deutschland befindet sich mit derzeit etwa 70 Coworking-Spaces immer noch in der Anfangsphase des Coworking. Es gibt also viele weiße Flecke auf der Karte. In Niederbayern und der Oberpfalz existiert noch kein ernstzunehmender Coworking-Space. Regensburg ist ein idealer Ort für einen Coworking-Space. Der „Zukunftsatlas 2010 – Deutschlands Regionen im Zukunftswettbewerb” gibt Auskunft über die wirtschaftlichen Zukunftschancen und Risiken der 412 Städte der Bunderepublik Deutschland (weitere Informationen unter http://prognos.com/Zukunftsatlas-2010-Regionen). Darin erreichte Regensburg den elften Platz – ein Top-Ergebnis, das Regensburg ein hohes wirtschaftliches Potenzial bescheinigt. 

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